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Über den Tellerrand in andere Regionen schauen

Interview mit den Organisatorinnen der IRTG-Vernetzungskonferenz zu "Liminality" (10.-13. Juni)
S. Larsen-Vefring, S. Schram, X. Wieczorek S. Larsen-Vefring, S. Schram, X. Wieczorek
 
Vom 10.-13. Juni treffen sich die Graduiertenkollegs „Diversity“ und „Entre Espacios“ in Trier. Die NachwuchswissenschaftlerInnen wollen sich über ihre Arbeit austauschen und gemeinsame Themen diskutieren. Die IRTG Diversity-Doktorandinnen Sarah Larsen-Vefring, Sophie Schram und Xymena Wieczorek haben die Konferenz von Seiten des IRTG Diversity organisiert. Hier sprechen sie mit Carolin Retzlaff (FZE) über ihre Erfahrungen bei der Vorbereitung:

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein solches Vernetzungstreffen mit dem Graduiertenkolleg „Entre Espacios" zu organisieren?

Ein Treffen zwischen dem Internationalen Graduiertenkolleg „Diversity” in Trier und Saarbrücken und dem Internationalen Graduiertenkolleg „Entre Espacios” in Berlin und Potsdam bietet sich inhaltlich an. Die beiden Kollegs sind quasi themenverwandt: Unser Thema ist „Diversity. Mediating Difference in Transcultural Spaces“, deren Thema ist „Between Spaces. Movements, Actors and Representations of Globalization”. Wir beschäftigen uns also alle mit ähnlichen Konzepten im Bereich des Aufeinandertreffens verschiedener Kulturen. Auch das Thema des Raums, man mag ihn als transkulturell oder als ein ‚Dazwischen‘ bezeichnen, verbindet unsere Graduiertenkollegs. Deshalb fanden wir es spannend, ein Treffen zu organisieren, um zu sehen, wie die anderen damit arbeiten. Außerdem ist der lokale Schwerpunkt unterschiedlich, in unserem Fall Quebec und Kanada, im Fall von „Entre Espacios“ Mexiko und Lateinamerika. So können wir einmal über den Tellerrand in andere Regionen schauen!

Inwiefern ist das Vernetzungstreffen für die DoktorandInnen beider Graduiertenkollegs sinnvoll?

Das Vernetzungstreffen ist insofern sinnvoll, als dass es – wie der Name schon sagt – Vernetzung und Austausch möglich macht. Diese Vernetzung kann auf mehreren Ebenen stattfinden: zwischen den DoktorandInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen selbst, aber es soll auch den etablierteren WissenschaftlerInnen und ProfessorInnen beider Graduiertenkollegs Raum geben, die DoktorandInnen des jeweils anderen Graduiertenkollegs kennenzulernen. Schließlich bietet das Vernetzungstreffen für die ProfessorInnen ebenfalls eine gute Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen. Wir hoffen, dass so zukünftige Projekte ins Leben gerufen werden.

Für uns als DoktorandInnen soll das Vernetzungstreffen insbesondere auch eine Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch bieten. Dabei könnten Diskussionen über den Prozess der Promotion an sich entstehen: Hürden und Erfolge, wie Orientierungsschwierigkeiten und Schreibblockaden, aber auch erste Publikationen und erfolgreiche Vorträge auf nationalen oder internationalen Konferenzen. Wir haben extra einen Programmpunkt vorgesehen, um uns über die organisatorischen und finanziellen Strukturen der Graduiertenkollegs auszutauschen. Wie geht man als Wissenschaftler mit internationaler und transatlantischer Archiv- und Feldforschung um? Welche Probleme gab es? Solche Fragen würden wir gerne diskutieren.

Es ist uns auch wichtig, unseren Berliner und Potsdamer Gästen den Grenzraum der Großregion vorzustellen. Der Grenzraum um die Region Trier ist ein sehr spannendes Forschungsobjekt und einer unserer Forschungsschwerpunkte im Graduiertenkolleg „Diversity“. Hier bewegen sich Menschen tagtäglich über Grenzen hinweg um vielfältigen Aktivitäten nachzugehen – ganz im Gegensatz beispielsweise zur US-Mexikanischen Grenze, welche unsere Berliner Kollegen zum Beispiel erforschen!

Welches Ziel habt ihr euch für das Vernetzungstreffen gesetzt? Hat die Konferenz denn überhaupt etwas mit euren Doktorarbeiten zu tun?

Das übergeordnete Ziel des Vernetzungstreffens ist es, unsere Arbeit vorzustellen und weiterzuentwickeln. Der Hauptfokus des Vernetzungstreffens liegt deshalb eindeutig auf der Präsentation der Dissertationsprojekte und tiefergehenden Diskussionen. Dazu reichen die Vortragenden im Vorhinein ein Paper ein. Jedes Paper erhält zunächst ein kurzes Feedback von zwei ProfessorInnen, welche den Graduiertenkollegs assoziiert sind, bevor die allgemeine Diskussionsrunde aller TeilnehmerInnen eröffnet wird. Dadurch entsteht eine große Expertise in vielfältigen wissenschaftlichen Disziplinen, ‚gebündelt‘ an einem Ort. Diese Expertise möchten wir bestmöglich nutzen und genügend Raum für Diskussionen, akademischen Austausch und konstruktive Beratung im Rahmen des Vernetzungstreffens bieten. Wir wünschen uns, dass Feedbacks von DoktorandInnen, Post-Docs und ProfessorInnen beider Graduiertenkollegs zu einer fruchtbaren gegenseitigen Bereicherung und kritischen Diskussion wissenschaftlicher Arbeit der DoktorandInnen beitragen. Das Ziel ist, unsere wissenschaftliche Arbeit und insbesondere die Promotion weiterzubringen.

Das Vernetzungstreffen ist die erste Konferenz, die ihr eigenständig organisiert. Wie seid ihr herangegangen?

Die Organisation der Konferenz neben der Doktorarbeit zu erledigen, war auf jeden Fall eine Herausforderung, insbesondere auch, weil wir ein sehr komplexes Projekt geplant haben, das weit über Trier hinaus reicht. Wir als Organisationsteam haben die meiste Zeit nicht in derselben Stadt gelebt, weil wir immer wieder auf Dienstreise waren. Wir haben die Kommunikation größtenteils über Skype erledigt.

Zusammen mit den Berliner KollegInnen haben wir einen Drittmittelantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft gestellt, die auch unsere Promotion finanziert. Glücklicherweise hat uns dabei Frau Lehmkuhl unterstützt, die uns ihre Erfahrungen in der Antragstellung vermittelt hat. Wir würden rückblickend sagen, dass der Antrag in etwa ein Drittel der Arbeit ausgemacht hat. Dort mussten ja schon ein komplettes Tagungsprogramm und ein Finanzierungsplan rein!

Als die positive Zusage der DFG ankam, war das natürlich ein sehr schöner Moment! Aufbauend auf unseren Antrag haben wir dann die Tagung ausgerichtet. Sogar unser Partnergraduiertenkolleg aus Montreal ist nun mit an Bord, das hat uns sehr gefreut. In der tagtäglichen Organisation stand uns auch das Koordinationsbüro des Graduiertenkollegs glücklicherweise zur Seite, sonst würden wir das alles neben unseren Doktorarbeiten nicht schaffen.

Das klingt ja ganz schön komplex! Welche Erfahrungen habt ihr denn dabei gesammelt?

Wir haben auf jeden Fall gesehen, dass eine Konferenz sehr zeitaufwändig ist. Allerdings sind Organisationstalent und das Anwerben von Drittmitteln Fähigkeiten, die auch in der Wissenschaft immer stärker nachgefragt werden. Daneben ist mit der Organisation einer Konferenz natürlich auch ein großer Verwaltungsaufwand verbunden. Wir mussten zuerst lernen, wie öffentliche Gelder abgewickelt werden und wozu sie verwandt werden dürfen. Glücklicherweise standen uns die Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Forschungszentrums Europa der Uni Trier hier helfend zur Seite. Es ist auch sehr schön zu sehen, wie wir die Kommunikation auf Distanz gemeistert haben. Projekte sind zunehmend international ausgerichtet und wir haben gezeigt, dass wir auch auf größere Distanzen und innerhalb verschiedener Zeitzonen miteinander kommunizieren können.

Für weitere Informationen zu der Konferenz, siehe: http://irtg-diversity.com/index.php?page=now-and-upcoming&article=107
 
 
 
 
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